Delta de l’Ebre

Bei einem schönen Sonnenuntergang möchte ich ein paar Zeilen schreiben. Paulchen schläft seit 18:30 Uhr und ich(wir) gehen zwei Stunden nach ihm ins Bett, um genug Schlaf in der Nacht zu bekommen.

Diese Woche gestalten wir ruhig. Wirklich per Zufall sind wir im Ebro Fluss Delta gelandet.

Wir machen es meist so: wir fahren in den Schlafphasen von Paul los und wenn er aufwacht, halten wir kurz an und suchen einen passenden Platz für die Pause oder für die Übernachtung aus. Es sei denn, wir haben etwas anderes Spezielles vor. Und so kam es auch diesmal. Paul wacht auf, ich schaue schnell während der Fahrt, was so in der Nähe ist, damit die Abfahrt von der Autobahn leichter wird. Zack, ein schöner Strand. Nichts wie hin.

Der Strand hat sich tatsächlich als äußerst schön erwiesen und ist ein Teil einer beliebten Wanderstrecke an der Küste. Wir entschieden, direkt dort für eine Nacht zu bleiben und auch etwas zu spazieren. Irgendwie bei der Überlegung, ob wir nun auf dem Parkplatz zum Strand (der auch nur mit Allrad zu erreichen war) oder woanders bleiben, entdeckten wir einen netten Hof in 30 Minuten Entfernung. Diesen haben wir den Tag danach angesteuert, nachdem wir einige Male an den Klippen waren. Am Strand trafen wir auch Claudia und Pedro. Und Paul traf Milou, den knuddelnden Welpen, der das gleiche Spielzeug bevorzugte: Steine. Nach einer Weile buddelten die beiden zusammen. Ich mochte diesen Strand super gerne: die Farbe der Felsen, das Meer (auch wenn es nicht so klar war wie bei Begur) und unzählige Rosmarinbüsche. Hier bekam ich zum ersten Mal das Gefühl, wirklich woanders zu sein. An diesem Parkplatz durfte man aber nicht campen, nur eine Nacht bescheiden stehen.

Und wir sehnten uns wieder danach, alles auszubreiten: Markise, Stühle, Lichterkette etc. Deshalb ging es zum Hof von Anna. Und wie gemütlich es hier war! Hängematten, Holztisch, Spielsachen. Paul konnte hier ausgiebig „das Hochziehen“ lernen. Er mochte auch die Katzen, die er anfassen konnte (sie waren wohl das grobe Greifen vom anderen Kind gewohnt). Ach, und mit Brei üben wir auch weiter!

In der Nähe gab es ein Restaurant mit guten Bewertungen. Wir hatten Hunger und ergatterten noch einen schmalen Parkplatz. Paul wurde in den Schlaf gelegt, während wir 10 Meter zum Essen entfernt waren. Fast hat es auch geklappt, denn er wollte nach einer halben Stunde dabei sein. Auch das haben wir irgendwie hinbekommen, teils zusammen, teils abwechselnd draußen. Die Einheimischen haben runde Augen gemacht (wurde uns dann mitgeteilt), denn es war anscheinend wirklich ein Geheimtipp für die Locals und das Restaurant hieß „La Barraca“. Und wir haben runde Augen gemacht, als wir erfuhren, dass die Gerichte quasi mit dem eigenen Reis gemacht werden. Denn er wird auf dieser Halbinsel angebaut. Glück hoch drei kam, als wir die erste Paella (ein traditionelles spanisches Reisgericht mit Meeresfrüchten oder beides, auch mit Fleisch) bekamen, denn sie war köstlich! Und es war…viel. Die Reste haben wir sehr gerne am nächsten Tag verspeist.

Wir waren sehr erstaunt, dass Reis auch in Europa angebaut wird. Der Hof liegt auch zwischen den Feldern, einige schon abgeerntet, während die anderen mit Getreide stehen. Es gibt auch spezielle Traktoren, die statt Räder solche Metall-Konstruktionen haben.

Nun ja, die wichtigste Motivation für mich, auf diese Halbinsel zu fahren, war die Vogelbeobachtung. Denn wo es viel Wasser gibt, gibt auch die Vögel. Zusätzlich erfuhren wir, dass es in einer Lagune Flamingos gibt. An verschiedenen Tagen gab es kleine und große Erfolge! Das spannendste – ein schwarzer Storch. Sie leben isoliert in den Wäldern und deren Brutstätten in Deutschland werden geheim gehalten, damit sie nicht abwandern. Vergeblich suchten wir schon vor einem Jahr zwei Mal nach ihnen. Vor ein paar Tagen merkten wir aber im Vorbeifahren mit dem Rad einen großen dunklen Vogel. Und im Fernglas konnten wir diesen majestätischen Vogel gut erkennen. Flamingos, Silber-, Kuh-, Grau- und Seidenreiher und Möven sind hier in Überzahl. Gezeigt haben sich auch ein Wiedehopf, Schwarzkehlchen und Kibitze. Wichtig ist, dass wir das Fernglas immer dabei haben.

Wir haben auch in der dieser Gegend reichlich geerntet, Obst und Gastfreundschaft:). Diese Früchte haben wir im Freien (mehr oder weniger) gefunden: Mandeln, Bananen, Feigen, Granatäpfel. Die Gastgeber waren so nett und haben mit uns etwas Typisches gekocht. Die Paella mit Gemüse sowie die Artischocken auf Feuer werden zu unseren Rezepten wandern. Da Annas Vater Olivenbäume hat, konnten wir einen Liter leckeren Öl abfüllen. Es war schön, eine spanische Familie kennenzulernen und auszutauschen. Wir versuchen, immer wieder etwas Spanisch zu lernen, um uns dann besser verständigen zu können. Mit Ruben konnten wir Englisch sprechen und mit Anna haben wir Spanisch geübt. Noch werden bei mir alle Sätze mit „haben“ oder „machen“ gebildet, so wie gerade eben, ob wir das Wasser in unseren Camper machen können…hehe…

Nun verabschieden wir uns von diesem tollen Hof und dem wunderschönen Delta und fahren in ein paar Stunden weiter.

Am Wochenende sind wir in der Nähe von Alicante verabredet. Möchte sich sonst noch jemand mit uns in Spanien treffen? 🙂

P.S.: Die Schwierigkeit mit der Helligkeit haben wir wohl lösen können…

Bis bald! eure Krollis

Ein Kommentar bei „Delta de l’Ebre“

  1. Галина Райнина sagt:

    БЛАГОДАТНЫЙ КРАЙ!
    Чудесный, подробнейший репортаж и фото-галерея.
    ДОРОГИЕ МОИ! Я давно понимала смысл фотографирования, вроде незначительных событий – вот в этом! Когда возвращаешься к сделанным снимкам, описываешь происходящее и … отправляешь в жизнь! А самим? ЖИТЬ ДАЛЬШЕ! Для новых встреч! Завораживающих блюд! Открытий роста Павла! Поиска гнездовий пернатых друзей и радости, что они ЕЩЕ существуют! усовершенствования своего дома… И, наверное, понимания, что для Благодати нет необходимости иметь хоромы, квадратные метры, привязки к налогам, оплатам того-сего, содержания всего в порядке и пр.
    Вот он – ДОМ! ДОМ ТАМ, ГДЕ ВЫ ЕСЬ!
    ВСЕХ БЛАГ ВАМ и ВАШИМ ДРУЗЬЯМ!

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